Ein Prozess.
Erschaffen, verwerfen, zerstören, neu inspiriert werden, kreieren, hassen, lieben, weiterentwickeln, dranbleiben –
und sich vielleicht ganz neu erfinden.
Kontinuierliche Transformation ist die Kunst – nichts festzuhalten und sich dennoch treu zu sein.

Die Jazz-Welt ist eine Männerdomäne. Ich vermisse es seit jeher, mit Frauen zusammen in Bands zu spielen. Also habe ich die Initiative ergriffen.

Anfang 2022 hatte ich den Plan, mit einer all-female Band einige meiner Kompositionen aufzunehmen. Dafür bekam ich ein Stipendium vom Land Niedersachsen, das mir die Arbeit im Studio ermöglichte.

Musik, die sich zwischen modernem Song-Jazz und Weltmusik bewegt

Ein neues Projekt war geboren.
Gar nicht so leicht, meine Wunschband zusammenzustellen und gemeinsame Studiozeit zu organisieren.
Doch es hat geklappt.

Und dann kam der große Schock am Vorabend der Aufnahmesession: Covid funkte natürlich dazwischen!
Zum Glück fand ich kurzfristig einen (wenn auch männlichen) Ersatz für die erkrankte Schlagzeugerin. Nun ja, wir Jazzmusikerinnen sind es gewohnt zu improvisieren und flexibel zu sein. Ich bin super dankbar, dass Eddie als Schlagzeuger einspringen konnte!

Herausgekommen ist dabei sehr schöne Musik, die sich zwischen modernem Song-Jazz und Weltmusik bewegt, die komplex ist und in vielen Facetten schillernd, kraftvoll und berührend.

Female Empowerment mit Madame Pele’s Spirit

Namengeberin ist „Pele“, die Göttin des Feuers, der Vulkane und der Transformation aus der hawaiischen Mythologie.

Im Februar 2018 hatte ich am Rand des Kilauea-Kraters auf Big Island, Hawaii gestanden, dort, wo „Madame Pele“, wie sie auch liebevoll genannt wird, zu Hause ist und gespürt, dass es Zeit für Veränderung war.

Pele steht sowohl für Schöpfung wie auch Zerstörung und lässt uns leidenschaftlich diskutieren oder wutentbrannt streiten. Pele gibt Mut, den eigenen Willen durchzusetzen und mit Begeisterung ein kreatives, leidenschaftliches Leben zu leben.

Viele Legenden ranken sich um die feurige Pele, aber es heißt, dass man sie durch sanfte Gesänge beruhigen und mit ihr verhandeln kann.

„She who shapes the sacred land.“

Dieses Feuer, diese Wut und Leidenschaft und auch das Temperament kenne ich so gut – mal überschäumend vor Energie und mal ganz still.
Nicht gerade damenhaft. Aber was soll’s?! Das treibt mich an.

Und diese wunderbaren Musiker*innen sind dabei:
Barbara Jungfer – Gitarre
Clara Däubler – Kontrabass
Eddie Filipp – Schlagzeug
und meine Gesangskolleginnen:
Lindsay Lewis, Melanie Germain und Sandra Gantert.

Dankbar bin ich über die Förderung und das Stipendium des Landes Niedersachsens, das mir diese kreative Arbeit ermöglicht!

Hier reinhören:

Video von einer Solo-Version des Songs „Time stands still“ mit Bildern aus Hawaii:

Gefördert mit Mitteln des Landes Niedersachsen auf Beschluss des Niedersächsischen Landtages.

„Wenn die Sängerin und Poetin aus Braunschweig Jazz als totale individuelle Freiheit postuliert, steht sie damit sicher nicht allein auf weiten Jazz-Fluren.
Die intuitive Kühnheit, mit der sie dieses Postulat aber auslebt, sucht ihresgleichen.
Britta Rex weigert sich nicht nur strikt, vorgegebenen Mustern, Regeln oder Erwartungen zu genügen, sie legt auch von Song zu Song neue Fährten aus, um immer nur im jeweiligen Lied anzukommen und im nächsten Track wieder eine völlig neue Spur aufzunehmen.
Die Summe aus all diesen unterschiedlichen Stimmungen, Betrachtungen, Statements und Wegen ist Britta Rex.“

Dies waren die einleitenden Worte von Wolf Kampmann zum 2021 erschienenen Album „On Air On Water“. Lest hier den ganzen Text. Er ist sehr poetisch und beschreibt das Album, das letztes Jahr heraus kam, mit so schönen Worten.

An diese Arbeit knüpfe ich hier an.

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