Hallo liebe Leser*innen, dear readers and music lovers! (English version please scroll)

Erstmal hoffe ich, dass Ihr gesund seid!
Die Tage werden kürzer, wir können endlich wieder gemütlich auf dem Sofa sitzen und Musik hören, oder?
In diesem Newsletter komme ich zur Auswertung der noch ausstehenden Umfrageergebnisse, die mich sehr nachdenklich gemacht haben.

Ich bin Musikerin und liebe die Stille!
Paradox, oder?

Es geht mir bei dieser Aussage natürlich ums Musikhören, nicht um störenden Umweltlärm.
Wenn ich drüber nachdenke, wann und warum ich in letzter Zeit Musik höre, werde ich ganz traurig, denn das tue ich sehr selten. Und wenn, dann meist weil ich es aus  „beruflichen“ Gründen muss, z.B. etwas raushören, üben, analysieren, bewerten…
(Live-Musik ist etwas anderes! Da geht’s mir anders.)

Gedankenanstoß

Einen weiteren Gedankenanstoß gab mir ein interessantes Interview auf Deutschlandfunk Kultur mit Jens Bisky (Buchautor, Journalist, leitender Redakteur des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung, Jurymitglied Preis der Leipziger Buchmesse), der auf die Frage, ob er denn eigentlich noch Genuss-Lesen könnte, antwortete, dass er das in den letzten Jahren nicht mehr kann. Er sei so dran gewöhnt, mit dem Rotstift in der Hand Texte zu lesen und zu bewerten, dass er nicht mehr einfach nur genießen könne.

So geht’s mir mit dem Musikhören.

Vielleicht liegt es an der ständigen Beschäftigung mit Musik von Berufs wegen, am vielen Zuhören beim Unterrichten, (an zu viel Unterrichten?) an zu wenigen Ruhephasen zwischendurch, dass ich mich oft nach Ruhe sehne und lieber nichts mehr anhöre.
Das finde ich superschade!

Wie viel schöne Zeit habe ich mit Musik verbracht?
Was für intensive Momente erlebt – voller Freude, Leichtigkeit, Trauer und Melancholie…

Eure Antworten auf die offenen Fragen in meiner Umfrage zum Hörverhalten haben jedenfalls bei mir einiges in Gang gesetzt.
Danke dafür!

Die Ergebnisse

Wo und wann hörst Du am liebsten Musik?
Es war eine offene Frage, d.h. jede*r konnte frei antworten.
Von 150 Befragten antworteten:

Auto, Fahrrad, im Zug, unterwegs: 87
Zuhause: 71
Kochen, Duschen, Freizeitbeschäftigungen: 15
Putzen, Hausarbeit: 13
Sport: 8

Die Zusammenfassung der Begriffe ist natürlich subjektiv und von mir gewählt.
Vielleicht empfinden manche Kochen auch als Hausarbeit ;-).
Nächstes Mal bin ich klüger und stelle die Frage gezielter und konkreter, um noch Genaueres zu erfahren.

Aber jetzt:

Was bedeutet Dir Musik? Welche Wirkung hat sie auf Dich?
Dies war ebenso eine offene Fragestellung, Antworten frei formulierbar.

Entspannung, Beruhigung: 64
Gefühls- /Stimmungsverstärker: 36
Anregung, wach machen: 34
Lebensfreude, gute Laune: 27
Inspiration: 24
Lebenselixier, „Alles“: 16
Reisen, in andere Welten eintauchen: 6
Und auch
Innere Einkehr, Reflexion
Sensibilisiert die Sinne
Trost
Ausgleich
Hintergrundunterhaltung

„Staub von der Seele (fegen)“
fand ich die schönste Formulierung!